Ende der Siebziger Jahre wurden die Gleise ausgetauscht
und somit die Strecke nochmals aufgemöbelt. Die alten
Gleise und Schwellen stammten teilweise noch aus dem
vorigen Jahrhundert. Hier stehen Arbeitswagen im
Bahnhof Ingelfingen.
Die Strecke war also vor nicht allzulanger Zeit nochmals instandgesetzt geworden. Die Schienenbusse waren ja auch durch lokbespannte Züge ersetzt worden, nachdem im Schülerverkehr die vier Garnituren Schienenbus komplett sardinenmäßig gefüllt gewesen waren.
Nun kam was ganz neues: das Nahverkehrsmodell Hohenlohe mit dem Versuch, stündlich Ortschaften mit Einwohnerzahlen größer 50 Personen mit dem Bus zu bedienen. Und nur mit dem Bus, der Zugsverkehr wurde hierzu 'vorläufig' eingestellt mit der Zusage, bei einem Scheitern des Modells diesen wieder aufzunehmen.
Im folgenden nun Bilder von der letzten Personenzugfahrt vor dieser 'vorläufigen' Einstellung des Personenverkehrs. Güterverkehr wurde noch weiter betrieben.
Abfahrt des letzten Schienenbusses in Forchtenberg
Halt in Criesbach
Halt in Ingelfingen
Einfahrt über die Kocherbrücke in den
Bahnhof Künzelsau
Ankunft des letzten regulären Personenzuges
aus Forchtenberg in Künzelsau.
Und wie ging es weiter. Das Nahverkehrsmodell Hohenlohe mußte wegen ungenügender Fahrgastzahlen die Zahl der Busfahrten zu den abgelegenen Gehöften drastisch reduzieren, um die Verluste nicht allzusehr ansteigen zu lassen. Nach diversen Optimierungen wurde es in Nahverkehr Hohenlohe umbenannt und läuft für öffentlichen Verkehr im ländlichen Raum, mit den notwendigen Zuschüssen natürlich, recht passabel.
Die ambitiösen Ziele des ursprünglichen Modells wurden jedoch deutlich verfehlt. Nur wurde nie offiziell das Scheitern festgestellt und damit auch nicht der Personenverkehr auf der Schiene, wie eigentlich zugesichert, wieder aufgenommen.
Auf der Bahnlinie verkehrte (bis auf den einen oder anderen Sonderzug) bis Ende der 80er Jahre nur noch Güterverkehr, bis wegen Schäden an der Kupferbrücke in Kupferzell der Betrieb nicht mehr sicher war und eingestellt, nicht etwa die Brücke saniert wurde.
Zwischenzeitlich ist die Bahnlinie stillgelegt und einzelne Gemeinden wollen sich der Flächen bedienen, um einzelne lokale Problem zu lösen. Teilweise sind auch die Gleise inzwischen entfernt, andernorts schon unter Vegetation verschwunden.
Doch die Kochertalbahn mag auch eine Zukunft haben. Die Stadtbahn von Heilbronn, nach Karlsruher Vorbild gestaltet, wird in absehbarer Zeit nach Öhringen führen und auch Waldenburg als Zielpunkt wird ernsthaft diskutiert. Selbst die Lokalpolitiker erkennen inzwischen, daß eine Weiterführung den Standort Künzelsau erheblich aufwerten würde.
Nachdem auch ein Teil der unteren Kochertalbahn von
Bad Friedrichshall nach Ohrnberg für das
Stadtbahnnetz Heilbronn vorgesehen ist, gibt
es sogar Ideen zu einem Ringschluß
Warum sollte im Hohenlohischen der Personenverkehr auf der Schiene nicht wieder klappen, wo doch im badischen Umland von Karlsruhe Vergleichbares schon seit etlichen Jahren erfolgreich ist.